Redaktionsbüro

Rainer Heubeck

Europa-Themen

Deutschland: Fachwerk, Salz und dicke Kissen: Auf dreifacher Zeitreise durch Bad Sooden-Allendorf

„Frau Holle“, davon ist Brigitte Jacobi überzeugt, „war keineswegs nur eine die Betten schüttelnde alte Tante, sie hatte vielmehr mythische Kräfte und wurde verehrt.“ Die Stadtführerin hat zum Rundgang durch die Salzstadt Bad Sooden-Allendorf, in deren Nähe Frau Holle gewohnt haben soll, ein dickes weißes Kopfkissen zum Ausschütteln mitgebracht. Weiß war nicht nur der Schnee, der auf die Erde fiel, wenn Frau Holles Kissen geschüttelt wurden. Weiß war auch die Substanz, die Bad Sooden bzw. Sooden und Allendorf einst zu einem reichen Flecken gemacht haben. Salz war lange Zeit das weiße Gold, das den Inhabern der Saline, den Pfännern, zu großem Wohlstand verhalf. Davon zeugen heute noch ein 140 Meter langes Gradierwerk und schmucke Bürgerhäuser mit Fachwerkgiebeln.

Deutschland: Tongabohnen-Stout, Bourbon-Bock und Süßholz-Porter: Bamberger Biersommeliers öffnen ihre Schatzkästchen

Wie begegnet eine der traditionsreichsten Bierstädte Deutschlands, das fränkische Bamberg, der neuen Craft Beer-Welle? Braucht man diese in einer Region überhaupt, die in Sachen Brauereidichte und Brauereivielfalt tatsächlich Weltspitze ist? Und ist das Reinheitsgebot ein wichtiges Qualitätslabel oder im Grunde genommen überholt? Eine Bierreise in die Region Bamberg zeigt die Vielfalt der Spezialmalze beim Walzhersteller Weyermann, sie erschließt die gelungene Symbiose von Landbier und Craft Beer bei der Brauerei Kundmüller – und sie führt auf die Spuren des Bierkriegs im Jahr 1907 und in die Keller von traditionellen Rauchbierbrauereien, die das Malz vor dem Brauen über Buchenholzfeuer räuchern.

Polen: Österreichische Festungen und ein ehemaliges Ghetto als In-Viertel: Mit dem Fahrrad durch Krakau

Eine Kutschfahrt über den Rynek und entlang des ehemaligen Königswegs vom Florianstor zum Wawel, das ist eine Möglichkeit, Krakau kennenzulernen. Wer die Stadt und ihre Umgebung intensiver erkunden möchte, der nutzt stattdessen den Drahtesel. Krakau ist in Sachen Fahrradinfrastruktur zwar kein Amsterdam, doch die Altstadt erschließt sich ausgezeichnet per Rad – und man kann einen Besuch der Innenstadt bequem mit einen Abstecher ins jüdische Viertel Kazimierz und nach Podgórze verbinden. Krakau, das merken Besucher schnell, ist eine Stadt, die Geschichte atmet. Polnische Geschichte, österreichische Geschichte, jüdische Geschichte. Und NS-Geschichte, deren Schrecken zum Beispiel in der früheren Emaillewarenfabrik von Oscar Schindler im Stadtteil Zablocie dargestellt werden.

Albanien: Im Gänsemarsch nach Brisa: Grandiose Ausblicke und traditionelle Gastfreundschaft in den albanischen Alpen

Gastfreundschaft ist ein wichtiges Gebot im Kanun, dem traditionellen, rund 3000 Jahr alten Rechtskodex, der im katholisch geprägten Bergland der albanischen Alpen noch immer eine große Rolle spielt. „Das Haus gehört nicht dir, sondern Gott und dem Gast“, so lautet eine der Regeln. Wer das abgelegene Bergdorf Brisa im Norden Albaniens besucht, der erfährt dies ganz hautnah.

Albanien: Schroffes Karstgestein und polyphone Gesänge: Entdeckungen und Begegnungen im Süden Albaniens

Jenseits der Küste lassen sich im Süden Albaniens versteckte Kleinodien finden, beispielsweise die Marienkirche in Dhermi mit ihren Jahrhunderte alten Fresken. In den letzten zwei Jahren wurde mit Unterstützung der „Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit“ (GIZ) ein Netz von Wanderwegen angelegt, die von der Küste des Ionischen Meeres ins Hinterland führen und die Bergdörfer verbinden. Wer dort in einem kleinen familiären Gästehaus übernachtet, erlebt möglicherweise auch die traditionellen polyphonen Gesänge.

Deutschland: Blutwurstpralinen und Schwarze Medizin: Mit Dr. Eisenbart durch Hann. Münden

Bei seinem Besuch in Hann. Münden im November 1727 rafften den Wanderarzt Johann Andreas Eisenbart die Folgen eines Schlaganfalls dahin. Doch Ernst Polej, der eine Perücke mit weißen Locken und einen rot-schwarzen Gehrock trägt, lässt den legendären Bruch- und Steinschneider wiederauferstehen. Als Dr. Eisenbart führt er Gäste durch eine Stadt, in der Eisenbart allgegenwärtig ist: eine Eisenbart-Statute steht auf einer Flussinsel in der Werra, ein Eisenbart-Glockenspiel ertönt am Rathaus, Eisenbarts Grabstein findet sich seitlich der Aegidienkirche und eine Gedenktafel ziert die Front seines Sterbehauses in der Langen Straße 79.

Tschechien: Hoch hinaus: Vom Böhmischen Paradies bis zum Riesengebirge

Einige der markantesten Felsfiguren im Böhmischen Paradies, so Jiří Krupka, der bereits 100 Felsspitzen hier bestiegen hat, tragen den Namen wie Nadelspitze und Gesichtsfelsen. Die bizarren Sandsteinformationen, die von der Erosion über die Jahrtausende geschaffen wurden, regen zweifelsohne die Phantasie an, zumal sie auch das Reich eines berüchtigten Räubers gewesen sein sollen. Keinem Räuber, aber dem Berggeist Rübezahl, begegnet man im Riesengebirge, zumindest als Holzfigur. Ob Freiklettern an Sandsteinfelsen oder Hochseilklettern und Seilrutschen, nordöstlich von Prag findet jeder Aktivurlauber die passenden Herausforderungen. Wer es ruhiger angehen lassen will, fährt mit der Seilbahn auf die Schneekoppe oder besucht das Heimatmuseum in Poniklá.

Deutschland: Raus aus dem Strandkorb: Mit Kutter, Katamaran und Kogge unterwegs auf der Ostsee

 „In den 80er Jahren hieß die Parole bei den Bauern, 'Schweine raus, Sachsen rein', denn damals wurde jedes Fleckchen genutzt, um Gäste unterzubringen“, berichtet Hanka Bolz. Sie führt regelmäßig Gäste durch Kühlungsborn und erinnert sich noch gut an die DDR-Zeit und den „sozialistischen Bäderwettbewerb“, in dem es darum ging, ob Kühlungsborn oder das Seebad Binz die Nase vorn hat. Heute bieten sich in Kühlungsborn und entlang der gesamten mecklenburgischen Ostseeküste weit schönere Übernachtungsmöglichkeiten sowie verlockende Möglichkeiten,  den Strandkorb zu verlassen und in See zu stechen – beispielsweise mit der Katamaran „Viamar,“ dem Fischkutter „Uschi“ oder mit der „Wissemara“, dem Nachbau einer vor der Insel Poel gefundenen Kogge. Poel, die siebtgrößte Insel Deutschlands, ist fast noch ein Geheimtipp: Dort finden sich Strände und Natur jenseits von Schickimicki-Atmosphäre und Massentourismus.

Schweden: Ich glaub, ich seh‘ nen Elch: Mit dem Wohnmobil im Land der 96.000 Seen

Eine Wohnmobiltour durch unendliche Wälder und von See zu See: Wer durch  Südschweden mit dem Reisemobil reist, erlebt Natur pur – und kann gleichzeitig historische Schlösser und innovative Glaskunst bestaunen. Lohnend ist ein Stopp bei Kenneth Idensjö, der einen der ersten Elchparks Schwedens gegründet hat und sowohl den Brunftschrei der männlichen Elche wie auch die Antworten der Elchkühe täuschend echt imitieren kann.

Niederlande: Bauernhof-Camping, Woolness und Seehunde: Die holländische Nordseeinsel Texel überzeugt durch ihre Vielfalt

Die Insel Texel ist etwa sechs Mal so groß wie Sylt. Auf ihr leben 14.000 Menschen und mindestens genauso viele Schafe. Das Eiland ist ideal für Familienurlaub. Und wer dabei auch noch Familienanschluss sucht, der quartiert sich am besten auf einem Boerderijcamping ein, einem der kleinen Bauernhofcampingplätze, von denen es mehr als vierzig auf der Insel gibt.

Tschechien: Böhmische Dörfer: Auf zwei Rädern von Prag nach Dresden

Mittelalterliche Burgen, Weinberge am Ufer, beeindruckende Felsformationen, Radfahrerkirchen und fahrradfreundliche Unterkünfte: Eine Radreise entlang von Moldau und Elbe führt durch böhmische Dörfer und in zauberhafte sächsische Kleinstädte.

Norwegen: Nah am Wasser gereist: Richtung Norden auf dem Kystriksveien

Norwegen einmal anders: Kurz oberhalb und unterhalb des Polarkreises findet sich eine  von Fjorden, Felsen, Hügeln und einer faszinierenden Inselwelt geprägte Küstenlandschaft. Die Helgelandküste bereist man am besten auf dem Kystriksveien, einer 650 Kilometer langen Panoramastraße.

Irland: Im Seekajak zum Giant's Causeway: Nordirlands Küste bietet für jeden die passende Paddeltour

Ob entlang der offenen Küste oder in geschützten Meeresarmen: Nordirland ist ein grandioses Revier für Seekajakfahrer. Eine der schönsten Strecken führt von Portballintrae über den Bushfoot Strand bis zum Giant's Causeway. Der „Damm der Riesen“ ragt hinaus ins offene Meer und besteht aus Zehntausenden von Basaltsäulen. Eine weitere Route, die Seekajak-Guide Stephen Craig empfiehlt, führt über den Strangford Lough, einen 26 Kilometer langen Meeresarm, in dem sich zahlreiche Inseln befinden.

Deutschland: Durchnässt zum Diplom: Eine Floßfahrt auf der Wilden Rodach

Die Fahrt auf der Wilden Rodach ist keine Gaudi-Bootsfahrt mit Bier, Weißwürsten und Volksmusik. Denn die Gäste auf den sechzehn Meter langen Holzflößen trifft das Wasser, das vor dem Start aufgestaut wird, mit voller Wucht. Reinhold Franz, genannt Flößer Picco, steuert überaus geschickt, und sorgt mit seinem Flößerhaken dafür, dass das Holzfloß nicht am Ufer hängen bleibt. Nach dem spritzigen Ritt gibt es für die durchnässten Teilnehmer ein Flößerdiplom. Wer anschließend mehr erfahren möchte, besucht das Flößermuseum in Unterrodach im Frankenwald oder bucht eine Flößerstadtführung durch Kronach.

Deutschland: Sternenfahrt auf dem Chiemsee: Mit Kajak, Yacht und Barkasse unterwegs auf dem Bayerischen Meer

Eine Sternenfahrt mit der Yacht von Alexandra Heistracher, eine Öko-Lehrstunde nahe der Mündung der Tiroler Ache und ein Besuch der Irmengard-Kapelle auf der Fraueninsel zeigen – der Chiemsee ist weit mehr als ein reiner Badesee. Eine der wohl schönsten Arten, sich auf dem See fortzubewegen, ist eine Paddeltour entlang des Ufers,  beispielsweise von Prien nach Bernau.

Schottland; Robben, Papageientaucher und kristallklares Wasser: Mit dem Seekajak vor der schottischen Westküste

Schottland – das steht für viele Urlauber vor allem für Highlands, Dudelsäcke und Whisky. Doch Aktivurlaubern, die nicht in den Highlands wandern wollen, bietet sich nun eine Alternative: eine zweiwöchige Seekajaktour rund um die Isle of Skye. Die Aktivreisen, die von Andreas Heinzl, einen aus Bayern stammenden Highland-Bewohner, begleitet werden, sind organisierte Rucksackreisen auf dem Wasser. Verpflegung, Schlafsäcke, Zelte und Kochutensilien werden in Bootsluken und Packsäcken verstaut. So können die Paddler an einsamen Buchten und Stränden übernachten, die auf dem Landweg schlecht oder gar nicht zu erreichen sind.

Schweden: Begräbnisstätte oder Sonnenkalender: Ales stenar, das schwedische Stonehenge, ist so faszinierend wie rätselhaft

Das hätte auch Obelix gefallen: 59 Hinkelsteine, schön aufgestellt im Kreis. Ein kunstvoll angerichtetes Gebilde, eine Art Stonehenge, nur nicht in England, sondern in Südschweden. Ales stenar bei Kåseberga gilt als die größte noch erhaltene Schiffssetzung Skandinaviens – und lockt jedes Jahr mehr als 500.000 Touristen. Doch welche Bedeutung hat das mysteriöse Stein-Monument? War es eine Grabstätte oder vielleicht ein gigantischer Sonnenkalender? Die Diskussion darüber verläuft äußerst kontrovers.

Schweden: Wer ist eigentlich der Herr Wallander? Ein Rundgang durch Ystad

Leichen liegen vor Geldautomaten, Autos von Musikerinnen explodieren und in Vorgärten finden sich Feldminen. Wer die südschwedische Kleinstadt Ystad besucht, könnte meinen, er betritt ein höchst gefährliches Pflaster. Doch da kann Entwarnung gegeben werden – Mord, Todschlag und Explosionen existieren hier fast nur in der Phantasie. Und haben dennoch reale wirtschaftliche Folgen, im Tourismus, aber vor allem in der Filmwirtschaft. Bereits seit sechs Jahren führt Britt Liljeqvist Gäste aus aller Welt auf Wallanders Spuren durch Ystad. Anfangs kamen vor allem die Deutschen, inzwischen dominieren, dank einer BBC-Filmreihe, die Briten.

Slowakei: Geburtstagsparty für eine Pop Art-Ikone: Die Ostslowakei im Andy Warhol-Fieber

Anfang August ist es wieder soweit – die slowakische Stadt Košice zelebriert den Geburtstag von Andy Warhol. Denn die bereits 1987 verstorbene Pop Art-Ikone wurde am 6. August geboren – doch in Košice war Warhol nie. Dennoch ist Andy Warhol in der Ostslowakei Kult. Denn Andys Eltern, Ondrej und Julia Varchola, lebten in einem kleinen Karpatendorf, bevor sie nach Amerika auswanderten. In dem Ort und seiner Umgebung, insbesondere in Medzilaborce, wo schon 1992 ein Warhol-Museum eröffnet wurde, ist ein regelrechter Andy Warhol-Rausch ausgebrochen. Da ließen sich die Kulturfunktionäre, Hoteliers und Tourismusvermarkter im 120 Kilometer südwestlich gelegenen Košice nicht lange bitten: Sie feiern nun alljährlich Andys Geburtstag, kreieren Andy Warhol-Menüs und bieten Übernachtungsmöglichkeiten in einer Andy Warhol-Galerie.

Frankreich/Marseille: Von wegen schmuddelige Hafenstadt – Die „gute Mutter“ thront über einer Stadt im Wandel

Wenn es um In-Ziele in Südfrankreich geht, denken viele an Cannes und an Nizza, manch Kulturinteressierte auch an Aix-en-Provence. Die zweitgrößte Stadt Frankreichs, die Hafenstadt Marseille, gerät eher selten ins Blickfeld – doch das ist ein Fehler. Denn Marseille, das ist nicht nur Frankreich, sondern ein Tor zum gesamten Mittelmeerraum.

Frankreich: Wo Van Gogh sein Ohr verlor: Das südfranzösische Arles hat kulturell und architektonisch viel zu bieten

Wenn Fremdenführerin Martine Brun vom 23. Dezember 1888 erzählt, könnte man meinen, es wäre erst gestern geschehen: In einem Anfall von Zorn, so berichtet sie, hatte Vincent van Gogh sein Rasiermesser genommen – und kurz darauf verlor er einen Teil seines Ohrs. Martine Brun schildert dies im Innenhof des Kulturzentrums L'Espace Van Gogh, dem früheren Stadtkrankenhaus in Arles. Hier wurde Van Gogh versorgt, nachdem er sein Ohrläppchen verloren hatte.

Frankreich: Vom Internierungslager zur Gedenkstätte: Lion Feuchtwanger begegnete dem „Teufel in Frankreich“ in einer umfunktionierten Ziegelfabrik

Der weltweit geschätzte Schriftsteller Lion Feuchtwanger war 55 Jahre alt, als er das zweite Mal in das Gefangenenlager Les Milles bei Aix-en-Provence eingeliefert wurde. Am 21. Mai 1940 um 5:02 Uhr betrat er das Lager –  und erhielt die Nummer 187 zugeteilt. All das ist mehr als siebzig Jahre her – und doch hat es bis zum Jahr 2012 gedauert, bis das Camp Les Milles, eine ehemalige Ziegelei, die von 1939 bis 1942 zuerst zum Gefangenen- und später zum Deportationslager wurde, offiziell zur Gedenkstätte wurde.

Tschechien/Deutschland: Pilgern als Grenzerfahrung: Auf der Via Nova von Bayern nach Tschechien

Wer sich auf eine Pilgerreise begibt, der muss weit weg fahren und alle Brücken hinter sich abreißen? Keineswegs – das jedenfalls glauben Claudia Buchner, Simone Krampfl und Jozef Stemperk. Die drei sind Pilgerwegbegleiter auf der Via Nova. Die Via Nova ist ein Pilgerweg, der in den letzten zwölf Jahren neu erdacht und umgesetzt wurde. Ein Weg, der durch die unmittelbare Heimat der drei Pilgerwegbegleiter führt – den Osten Bayerns und den Westen Tschechiens.

Tschechien: Geheimnisvoll und melancholisch: Pilgern im Böhmerwald

Zugegeben, mit einem Apostelgrab und mit überfüllten Pilgerherbergen kann die Via Nova nicht aufwarten. Doch wer auf dem tschechischen Teil des grenzüberschreitenden Pilgerwegs unterwegs ist, erlebt eine faszinierende Mischung aus Natur und Kultur. Er durchstreift verzaubert wirkende Waldgebiete, deren Baumstämme zum Teil mit dichtem Moos überzogen sind. Und taucht ein in die zuweilen schwierige Geschichte des deutsch-böhmischen Zusammenlebens.

Spanien: Ribera statt Rioja: Weintourismus im spanischen Burgenland

180 Kilometer nordwestlich von Madrid, im Distrikt Ribera del Duero, dreht sich alles um das Thema Wein. Die Region, die seit dem Jahr 1982 über die geschützte Herkunftsbezeichnung (DOC) „Ribera del Duero“ verfügt, hat sich in den letzten drei Jahrzehnten gravierend verändert – an die Stelle von Zuckerfabriken und Zuckerrübenanbau ist der Weinbau getreten. Mittlerweile macht Ribera del Duero der Weinbauregion Rioja massiv Konkurrenz. Nicht nur bei der Weinproduktion, sondern auch in Sachen Weintourismus.

Deutschland: Bäume schubsen im Bayerwald: Ein Baumwipfelpfad als Besuchermagnet

Der längste Baumwipfelpfad der Welt führt nicht etwa durch den Amazonasregenwald. Nein, er verbindet das Tierfreigelände des Nationalparks Bayerischer Wald mit dem Nationalparkzentrum im Hans-Eisenmann-Haus. Der 1.300 Meter hohe Holzpfad, der über eine Rampe bis auf 44 Meter Höhe ansteigt, wurde 2009 eröffnet – und konnte in diesem Jahr bereits den millionsten Besucher begrüßen. Der spektakulär konstruierte Baumturm am Ende des Pfades hat sich innerhalb kurzer Zeit zum neuen Wahrzeichen des Nationalparks Bayerischer Wald entwickelt. Beim Spaziergang zwischen Waldboden und Wipfeln lernen Besucher viel über Flora und Fauna – und am Ende des Pfades wartet ein phantastischer Ausblick.

Deutschland: Neues Glas aus alten Scherben: Die kleinste Glashütte Deutschlands baut den größten Glasbaum der Welt

Im Garten einer Studioglashütte in Riedlhütte im Bayerischen Wald stehen die höchsten Glasbäume der Welt. Mit dem im Juli 2012 eröffneten Riedlhütter Wald-Glas-Garten, in dem Fabelwesen, Pilze, liebestrunkene Fische und verschiedene Tier- und Baumarten aus dem Bayerischen Wald zu bewundern sind, erfüllte sich der Glasbläser Erhard Köck einen Lebenstraum. Sein Sohn Florian setzt derweil die Glasblastradition der Familie fort – tagtäglich verarbeitet er, gemeinsam mit einem Mitarbeiter, rund dreißig Kilogramm Glas. Er holt die glutflüssige, honigartige Schmelze mit einer langen Pfeife aus dem Ofen und muss anschließend exakt und schnell arbeiten. Denn nur, so lange die Glasmasse flüssig ist, kann sie geformt werden.

Tschechien: Schlossgeist trifft Weingeist: Südmähren, der Weingarten Tschechiens

Im Gegensatz zu Böhmen, einer klassischen Bierregion, ist der Süden der Tschechischen Republik, insbesondere die mährische Grenzregion zu Österreich, ein klassisches Weinland. Traditionelle einheimische Sorten wie Pálava, Moravian Muscat und Aurelius, die in einem Weinkeller bei Burg Pernstein probiert werden können, erleben eine Renaissance. Die Weinfeste in der Region bieten nicht nur Trinkgenuss, sie sind auch echte Historienspektakel. In Znaim und Mikulov geben sich Könige und Hofdamen, Ritter und Landsknechte sowie Fahnenschwenker und Trommler im September ein Stelldichein.

Dänemark: Geduld wie ein Austernfischer: Mandø, ein einsames Eiland im dänischen Wattenmeer

Mandø ist die kleinste und ruhigste von den drei bewohnten dänischen Nordseeinseln – Mandø, Rømø und Fanø. Auf Mandø ist weder Kurbetrieb noch Party angesagt, dafür gibt es Natur pur. Ein idealer Urlaubsort für alle, die Ruhe suchen und Erdung. Wer die Insel erkunden will, kann dies zu Fuß oder per Fahrrad tun. Zerstreuung gibt es wenig auf der Insel – eine kleine Windmühle kann besichtigt werden, ein kleines Kirchlein trotzt dem Wind und ein altehrwürdiges Kapitänshaus beherbergt ein kleines Inselmuseum. Die eigentlichen Attraktionen jedoch sind die vom Wind geformte Dünenlandschaft und das Wattenmeer. Wer sich mit Gummistiefeln oder Gummihose ins Watt wagt, kann auf Seehund- oder Austernsafari gehen. Und stapft dabei womöglich auf königlichen Spuren.

Ukraine: Österreich-ungarisches Flair im Westen der Ukraine: Lemberg fasziniert mit Architektur und Kultur

Eine mittelalterliche Altstadt unter dem Schutz der UNESCO, ein Opernhaus mit K & K-Flair – sowie zahlreiche Spuren eines Jahrhunderte andauernden Zusammenlebens von Armeniern, Juden, Polen und Ukrainern. Lemberg, die ehemalige Hauptstadt Galiziens, ist nicht nur geographisch, sondern auch mental die westlichste Stadt der Ukraine. Lemberg bzw. Lviv ist kulturell überaus lebendig – doch zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt gehört ausgerechnet ihr Friedhof: Mit seinen kunstvoll gestalteten Grabstätten gilt der Łytschakiwski-Friedhof als das Peré Lachaise der Ukraine.

Ukraine: Von Gotteshäusern und Klöstern: Die ukrainische Hauptstadt Kiew

Die Ukraine ist touristisch bislang noch ein schlafender Riese, doch vielleicht ist sie durch die Fußball-Europameisterschaft wach geküsst worden. Denn auch jenseits des Fußballs hat die Hauptstadt der Ukraine viel zu bieten: Die Sophienkathedrale steht ebenso unter UNESCO-Schutz wie das Kiewer Höhlenkloster. Obgleich in der Stalin-Zeit mehr als 150 Kirchen geköpft, gesprengt oder dem Erdboden gleich gemacht wurden, ist Kiew noch immer eine der bedeutendsten Stätten des orthodoxen Glaubens – und steht damit gleichauf mit dem Berg Athos und der Stadt Jerusalem.

Norwegen: Majestätische Natur auf königlichen Spuren: Vom Geirangerfjord zur Vogelinsel Runde
 

Seit der Geirangerfjord ins Weltnaturerbe aufgenommen wurde, hat sich viel getan: die Wanderwege und Steige an den Ufern des Fjordes, der von bis zu 1000 Meter hohen Bergen umgeben ist, wurden gesichert, gesäubert, markiert und beschildert. Wer vom Fjord aus den Aufstieg zum früheren Ziegenhof Skagefla antritt, wandelt dabei sogar auf königlichen Spuren – denn Königin Sonja und König Harald feierten hier ihre Silberhochzeit. Doch auch auf der Insel Godoy wird Norwegens Königin Sonja häufig gesichtet: Dort lebt ihr Zeichenlehrer – der  Landschaftsmaler Ornulf Opdahl, dessen Bilder von den faszinierenden Lichtstimmungen an der norwegischen Westküste inspiriert sind.

 
Deutschland: Die Nase im Wind – Radfahren und Inselhüpfen in Ostfriesland
 
Strandkörbe, Seehundkolonien, Sanddünen, Kurhäuser und Leuchttürme: Borkum, Norderney und Langeoog, drei der schönsten ostfriesischen Inseln, verbindet die Fahrradtour „Inselhüpfen Ostfriesland“. Die einwöchige Radreise zeigt nicht nur die Vielfalt der ostfriesischen Inselwelt, sie macht auch Station in Hafen- und Fischerstädten wie Emden, Greetsiel und Norddeich – und sie führt auf schmalen, verkehrsarmen Radwegen durch ein Ostfriesland, das moderne Windparks mit alten Häuptlingsburgen verbindet.
 
Polen: Naturidyll an der polnisch-ukrainischen Grenze: Mit Kutsche, Boot und Schmalspurbahn durch die Waldkarpaten im Südosten Polens

Die Waldkarpaten im Dreiländereck Polen, Ukraine und Slowakei sind ein unentdecktes Stück Europa, das noch Lebensraum bietet für Wölfe und Bären. So lassen sich die Beskiden durchaus beschreiben – und doch ist das nur eine Facette der Region, die im Sommer und Herbst mit einer Fülle an Pilzen sowie mit Blaubeeren, Himbeeren und Brombeeren lockt. Nur ein Stück entfernt, am 2200 Hektar großen Solina-Stausees, zeigen die Waldkarpaten ein anderes Gesicht: Am Ufer des Sees  finden sich Hotels, Ferienanlagen, Campingplätze, Souvenirstände, Restaurants, Bootsableger  und Karussells. Bei Besuchern der Beskiden ebenfalls populär: Ein Ausflug mit der Waldbahn, die auf der kurvigen Strecke von Majdan nach Przyslup elf Kilometer lang durch unberührte Natur holpert. Wer will, kann die Region aber auch auf dem Rücken eines Pferdes oder von den Holzbänken einer Kutsche aus entdecken.

Serbien: Von Belgrad bis zum Eisernen Tor - Mit der Donau durch Serbien

Eine Reise entlang der Donau in Serbien ist vor allem eines – eine Grenz-Erfahrung. Egal, ob Besucher mit der Flusskreuzfahrtschiff an den wichtigsten Häfen Station machen oder ob sie mit dem Drahtesel auf dem Eurovelo Weg 6 unterwegs sind, einem neuen Abschnitt des populären Donauradwegs, dessen beliebteste Etappen bisher noch in Deutschland, Österreich und Ungarn liegen – wer Serbien besucht, lernt ein Land kennen, in dem lange Zeit die Grenze zwischen der Herrschaft der Habsburger und des osmanischen Sultans verlief. Ein Land aber auch, in dem  Massentourismus bislang ein Fremdwort ist. Dabei ist Serbien nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern bietet auch einzigartige Kulturschätze.

Serbien: Die Trompeten von Jelica – im serbischen Guča steigt im August die wildeste Party des Balkans.

Jedes Jahr im August treffen sich mehr als einhundert Blaskapellen, überwiegend aus Serbien, zum größten Blasmusikfestival der Welt. Ort des Geschehens ist die serbische Gemeinde Guča, etwa 170 Kilometer südwestlich von Belgrad am Rande des Jelica-Gebirges. Der Hauptort hat weniger als 3000 Einwohner, sieht sich aber als Welthauptstadt der Trompete. Und das völlig zu Recht! Während des Festivals, das 1960 zum ersten Mal durchgeführt wurde, herrscht Ausnahmezustand in dem sonst recht verschlafen wirkenden Guča. Der beschauliche Balkan-Ort, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, wird von rund einer halben Million Besuchern regelrecht überrannt.

Österreich: Kellergasse und Buschenschank: Niederösterreich trifft sich zum Weinherbst

Rund 800 Veranstaltungen und mehr als 300.000 Gäste – der Weinherbst in Niederösterreich, der alljährlich von August bis November durchgeführt wird, hat sich als „fünfte Jahreszeit“ fest etabliert. Der Weinherbst ist ein guter Anlass, das Weinviertel und die niederösterreichischen Weinstraßen kennen zu lernen, die mehr als 150 Weinorte sowie 1700 Vinotheken und Winzereibetriebe verbinden. Im Weinviertel hat Österreich wenig gemein mit Alpengipfeln und Gletschern – statt dessen erfreut den Blick des Besuchers ein sanft geschwungenes Hügelland, in dem Hebungen und Senkungen ineinander verwoben erscheinen „Fast vollkommen frei von Orientierungspunkten wirkt das Weinviertel wie ein Meer, das zu wogen aufgehört hat“, so beschreibt der Autor Alfred Komarek diese Landschaft.

Frankreich: Wandern und Pilgern auf den Spuren Maria Magdalenas

Ein Besuch der Grotte Sainte-Marie-Magdaleine, in der sich Maria Magdalena jahrzehntelang vor den Römern versteckt haben soll, lässt sich ideal mit einer Wanderung über das Sainte-Baume-Gebirgsmassiv verbinden. Da das Hochplateau kaum Schatten bietet, empfiehlt es sich, die Wanderung schon morgens zu beginnen – damit man sich beim Einbruch der Mittagshitze bereits auf dem Rückweg befindet, der zum Großteil durch schattige Eiben-, Linden- und Kiefernwälder führt. Im Anschluss an die Wanderung lohnt sich ein Abstecher in die Kleinstadt Saint-Maximin-la-Sainte-Baume. Die Provinzstadt, in der Maria begraben sein soll, war über viele Jahrhunderte eines der wichtigsten Pilgerziele Frankreichs.

Frankreich: Wanderungen ins Blaue: Auf literarischen Spuren und GPS-kartierten Routen entlang der Cote d’Azur

Der Nürnberger Ralf Nestmeyer, seit Jahren ein passionierter Südfrankreich-Reisender, hat vor wenigen Monaten einen neuen Provence-Wanderführer herausgegeben. Das Buch, das 38 GPS-vermessene Touren enthält, stellt neben zahlreichen Routen durch das Binnenland auch einige der schönsten Küstenwanderungen vor. Ganz in der Nähe von Nestmeyers Wanderrouten findet sich das Küstenstädtchen Sanary-sur-Mer. In den 30er Jahren lebten hier unter anderem Leon Feuchtwanger und Ludwig Marcuse, Arnold und Stefan Zweig, Heinrich und Thomas Mann, Egon Erwin Kisch und Arthur Köstler, Theodor Wolff und Joseph Roth,  Hermann Kesten und Franz Werfel.

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